Erbaut wurde das Instrument von der Orgelbauwerkstatt Carl Hofbauer aus Göttingen. Das fast 100-jährige mitteldeutsche Unternehmen wurde in den 70er Jahren mit einer modular erweiterbaren Baukastenorgel, der sogenannten „Varia-Orgel“ bekannt. Auch von der Neuapostolische Kirche wurden einige dieser Instrumente gekauft.
Die nun für die neue Pinneberger Kirche vorgesehene Hofbauer-Orgel wurde gegen Ende der 70er Jahre zunächst in der Neuapostolischen Kirche in Tønder (Dänemark) aufgestellt, wo sie bis 2013 ihren Dienst tat. Im Jahr 2014 zog die Orgel nach einigen Reinigungs- und Reparaturmaßnahmen durch den niedersächsischen Orgelbaumeister Feopentow in die neuapostolische Kirchengemeinde Wilhelmshaven-Mitte um. Nach der Zusammenführung der beiden Wilhelmshavener Gemeinden, wurde die Orgel dann zum zweiten Mal frei und wurde so im Mai 2018 durch den Orgelbauer R. Martschei abgebaut und in die Orgelwerkstatt der Neuapostolischen Kirche nach Bautzen (Sachsen) transportiert.
Als feststand, dass die Pfeifenorgel in den Neubau der Gemeinde Pinneberg integriert werden soll, begannen umfangreiche Planungsarbeiten. Ein neuer Prospekt (die Vorderansicht der Orgel) wurde auf Grundlage der besonderen Architektur des neuen Kirchengebäudes konstruiert und Zeichnungen, entsprechend der neuen Standortbedingungen, entstanden.
Mit etwas Abstand hinter dem Hauptgehäuse, typisch für eine „Varia-Orgel“ stehen die Baßpfeifen des Pedals. So kann eine bestmögliche Klangabstrahlung ermöglicht werden.
Der Spieltisch befindet sich nicht wie sonst üblich vor der Orgel, unterhalb des Prospekts, sondern wird rechts mittig in das Gehäuse eingeschoben. Die Begleitung des Gemeindegesangs sowie direkter Sichtkontakt mit Instrumentalisten, ist so optimal gewährleistet. Die gedrechselten Registerzüge sind links und rechts neben dem Spieltisch angeordnet.
Auf zwei Manualen und Pedal verteilen sich, mit insgesamt 676 Pfeifen, 12 Register. Die Disposition besteht aus einem Haupt- und Nebenwerk sowie dem Pedal und ist wie folgt angeordnet:
Hauptwerk (Erstes Manual)
- Metallgedackt 8'
- Prinzipal 4'
- Spitzflöte 2'
- Quinte 2 2/3'
- Mixtur 2 fach
Nebenwerk (Zweites Manual)
- Oberquinte 1 1/3'
- Prinzipal 2'
- Terz 1 3/5'
- Rohrflöte 4'
- Holzgedackt 8'
Pedal
- Choralbaß 4'
- Pommer 16'
Die Normalkoppeln II-I, II-P und I-P lassen sich jeweils über einen Registerzug am Spieltisch zuschalten.
Bis zur Fertigstellung des Kirchengebäudes und zum Einbau der Pfeifenorgel auf der Orgelempore des neuen Kirchensaals, sind noch einige Werkstattarbeiten von den Orgelbauern unserer Orgelbauwerkstatt Bautzen, Roland Martschei und Michael Friedel zu bewältigen.
Für die musikalische Vielfalt in der Gemeinde Pinneberg wird dieses Instrument aber gewiss eine Bereicherung sein und bei Organisten und Nachwuchsorganisten für Begeisterung sorgen.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung durch R. Martschei (Orgelsachverständiger der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland)
Autor: M. Mischko Bilder & Grafiken: R. Martschei
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